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Chronik

Aus Aufzeichnungen unserer Vorfahren entnehmen wir, dass im zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts in Zizers allmählich eine reformierte Gemeinde entstand, welche vom 20. April 1613 bis zum 19. August 1620 in der Person des Johannes à Porta den ersten eigenen Pfarrer hatte. Die erste reformierte Predigt wurde am 15. September 1612 durch Prediger Georg Saluz in der kleinen Weg­kapelle St. Andreas gehalten. In der Zeit zwischen 1613 und 1644 stand die untere Kirche beiden Konfessionen zur Verfügung. Die Abmachung lautete, es sollen „Katholiken und  Protestanten in beiden Kirchen ohn alle Verhindernis, Spänn, Stöss, Intrag noch Impedimenta ihre Gottesdienste abhalten“. Im Jahre 1644 wurde der reformierten Gemeinde die obere Kirche, eben diese St.-Andreas-Kapelle, abgetreten, „aber“, so entnehmen wir wörtlich der Überlieferung, „den grossen Thurm, Glocken und Friedhof bei der unteren Kirche hatten beide Confessionen gemeinschaftlich, bis endlich nach der grossen Feuersbrunst 1767 mittelst einer Verabkommnis vom 20. September 1769 die reformierte Gemeinde den grossen Thurm, Glocken und Friedhof für fl. 800, die Hälfte des Metalls, das sich im Schutt vorfand und für Hülfe bei Einrichtung eines eigenen Gottesackers bei der reformierten Kirche, an die katholische Gemeinde abtrat“. Im Jahre 1711 wurde die Kirche erneuert und auf die heutigen Ausmasse erweitert. Die Einweihung der Kirche fand am 23. September 1711 statt.

Die Kirche wurde in den Jahren 1839 (Turmhelm [Schindeln], 1907 (Dach der Kirche und Turmhelm [Kupfer], 1978 (Kirchenschiff und Chor innen und aussen ohne Turmhelm, neue Orgel, Neugestaltung der Umgebung) und 1996/97 (Kirchenschiff und Chor aussen, Verstärkung der Holzkonstruktion und Neueindeckung des Turmhelms [Kupfer]) verschiedenen Umbau- und  Erneuerungsarbeiten unterzogen.
Es zeigte sich, dass die kleinen Kirchgemeinden von Zizers und Umgebung ohne gegenseitige Unterstützung nicht  bestehen konnten. Für ein Pfarramt wurden darum meist zwei oder drei Kirchgemeinden zusammengefasst. Am Anfang  war Mastrils (Zizers zu Berg) mit Zizers im Tal verbunden, dann Igis, später Trimmis-Haldenstein und schliesslich viele Jahre Untervaz. Im Jahre 1974 schlossen sich die Kirchgemeinden Untervaz, Zizers, Trimmis, Says und Haldenstein zu einer Pastorationsgemeinschaft zusammen. In diesem Pfarrkreis mit ungefähr 3700 evangelischen Einwohnern, davon knapp 1500 in Zizers, waren drei Pfarrer tätig. Diese Pastorationsgemeinschaft wurde im Laufe des Jahres 2001 wieder aufgelöst. Seither arbeiten die Kirchgemeinden in loser Form zusammen.

Anlässlich des 300-jährigen Kirchenjubiläums im September 2011 wurde das bisher dreistimmige Geläut durch eine vierte Glocke ergänzt.